Donnerstag, 30. Mai 2024

SHAHRISABZ UND GRENZENLOSE GASTFREUNDSCHAFT

Hallo ihr Lieben,
heute haben wir uns mit einem Minibus über einen Gebirgspass auf knapp 2000 Metern zur Geburtsstadt von Timur nach Shahrisabz aufgemacht, was jeweils zwei Stunden hin und zurück bedeutet. Unterwegs mussten wir anhalten, da die Polizei einen Steinschlag beseitigte. Danach ging es kurvig weiter wie auf dem Rücken eines Kamels.
In dem verschlafenen Nest, das bei 30 Grad in der Sonne ausgestorben war, haben wir uns die Überreste der riesigen Palastanlage angeschaut. Awas erzählte uns von dem gefürchteten Timuroiden-Herrscher im 14. Jahrhundert, der in die Familie des Dschingis Khan einheiratete. Durch die Vermählung der Turkvölker mit den Mongolen erschuf er ein gigantisches Reich. Nach dem gestrigen Tag hat mich das nicht von den Socken gehauen, aber dann kam alles ganz anders.
Da wir was trinken wollten, suchten wir das einzige Restaurant am Ort auf, wo gerade Kids den internationalen Kindertag vorfeierten, da hier bereits die Schulferien begonnen haben. Die Kinder wurden geehrt, verwöhnt, bespaßt, bekocht und ein professionelles Video inklusive mehrerer Kameras sowie Drohnen wurde erstellt. Ich habe gleich drei neue Freundinnen gewonnen und das lag nicht nur daran, dass es Kinder waren. Denn die Usbeken sind auf Fremde genauso neugierig wie wir auf sie und sie sind Multikulti gewohnt, denn hier leben auch Perser, Kasachen, Tschetschenen, Tadschiken, Kirgisen, Inder, Mongolen etc. - alle friedlich miteinander!
Danach haben wir eine Moschee am Ort des Geburtshauses von Timur angeschaut ich konnte eine Hochzeit fotografieren sowie eine Frau mit dem Mund voller Goldzähne:-). Auf dem Heimweg machten wir im Gebirge Halt in einem Freiluft-Lokal, das in 1800 Metern Höhe in den Felsen gehauen war. Plötzlich befand ich mich - wegen der Kälte in einem Tischtuch eingewickelt - inmitten usbekischer Familien, die uns Touristen spontan an ihren Tisch einluden. Der Grillmeister, erklärte uns, welches Stück Lamm gerade auf dem Grill liegt und unsere Tischnachbarn reichten uns dazu landestypische Getränke, u.a. Wodka aus Tassen:-). Wir sprachen in einer wilden Mischung aus Russisch, Türkisch und Englisch miteinander, tauschten zur Erinnerung Kleinigkeiten wie Kugelschreiber, Bonbons sowie Kaugummis aus und machten Unmengen von Fotos. Daran will ich euch jetzt teilhaben lassen,
bevor ich schlafen gehe. Gute Nacht,
eure Maggie

























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