Freitag, 31. Mai 2024

BYE-BYE SAMARKAND

Hallo ihr Lieben,

gestern haben wir den Abend in einem Vergnügungsstädtchen nahe des Hilton-Hotels ausklingen lassen. Es war herrlich die UpperClass von Usbekistan zu beobachten, wie sie ihre Kinder in den Ferien verwöhnen und das Nachtleben in einem künstlichen Städtchen genießen. Wir haben wieder fürstlich gespeist und sind todmüde ins Bett gefallen.
Heute morgen haben wir Koffer gepackt und nochmal ein paar Höhepunkte in Samarkand abgeklappert, angefangen mit einer Papiermanufaktur und Seidenspinnerei. Das Papier wird hier aus der Rinde von Maulbeerbäumen gewonnen und daraus Souvenirs wie Karten, Taschen und Oberteile gefertigt. Angeblich darf es sogar darauf regnen und es reisst nicht. Mich hat vor allem die Wassermühle mit Teekannen fasziniert.
Dann sind wir wieder einmal in einen Traum aus 1001 Nacht eingetaucht, in die Shahi Zinda Nekropole, die aus mehreren Mausoleen der Familie Timurs und seiner Freunde besteht. Da heute das Freitagsgebet war, war es allerdings ziemlich voll und bei über 30 Grad auch mega heiß. An solchen Tagen streue ich immer Elektrolyte in meine Wasserflasche, um nicht schlapp zu machen und schütze mich mit einem Regenschirm gegen die Sonne. 
Nächster Stopp war eine Sternwarte aus dem 15. Jahrhundert mit erstaunlichen Instrumenten, die recht genau über 1000 Sterne vermessen haben. Dennoch war ich aufgrund der Hitze nur bedingt aufnahmefähig. Nun sitzen wir in einer schönen Gartenanlage, die sehr gepflegt ist. Insgesamt ist Usbekistan unglaublich sauber. Da könnten sich die Deutschen ruhig eine Scheibe davon abschneiden. Unser Tisch wird gerade fürs Abendessen gedeckt. Gestärkt werden wir dann mit dem Schnellzug nach Buchara fahren und die Stadt noch hoffentlich vor Mitternacht erreichen.
Daher verabschiede ich mich jetzt schon bis morgen,

eure Maggie



















Donnerstag, 30. Mai 2024

SHAHRISABZ UND GRENZENLOSE GASTFREUNDSCHAFT

Hallo ihr Lieben,
heute haben wir uns mit einem Minibus über einen Gebirgspass auf knapp 2000 Metern zur Geburtsstadt von Timur nach Shahrisabz aufgemacht, was jeweils zwei Stunden hin und zurück bedeutet. Unterwegs mussten wir anhalten, da die Polizei einen Steinschlag beseitigte. Danach ging es kurvig weiter wie auf dem Rücken eines Kamels.
In dem verschlafenen Nest, das bei 30 Grad in der Sonne ausgestorben war, haben wir uns die Überreste der riesigen Palastanlage angeschaut. Awas erzählte uns von dem gefürchteten Timuroiden-Herrscher im 14. Jahrhundert, der in die Familie des Dschingis Khan einheiratete. Durch die Vermählung der Turkvölker mit den Mongolen erschuf er ein gigantisches Reich. Nach dem gestrigen Tag hat mich das nicht von den Socken gehauen, aber dann kam alles ganz anders.
Da wir was trinken wollten, suchten wir das einzige Restaurant am Ort auf, wo gerade Kids den internationalen Kindertag vorfeierten, da hier bereits die Schulferien begonnen haben. Die Kinder wurden geehrt, verwöhnt, bespaßt, bekocht und ein professionelles Video inklusive mehrerer Kameras sowie Drohnen wurde erstellt. Ich habe gleich drei neue Freundinnen gewonnen und das lag nicht nur daran, dass es Kinder waren. Denn die Usbeken sind auf Fremde genauso neugierig wie wir auf sie und sie sind Multikulti gewohnt, denn hier leben auch Perser, Kasachen, Tschetschenen, Tadschiken, Kirgisen, Inder, Mongolen etc. - alle friedlich miteinander!
Danach haben wir eine Moschee am Ort des Geburtshauses von Timur angeschaut ich konnte eine Hochzeit fotografieren sowie eine Frau mit dem Mund voller Goldzähne:-). Auf dem Heimweg machten wir im Gebirge Halt in einem Freiluft-Lokal, das in 1800 Metern Höhe in den Felsen gehauen war. Plötzlich befand ich mich - wegen der Kälte in einem Tischtuch eingewickelt - inmitten usbekischer Familien, die uns Touristen spontan an ihren Tisch einluden. Der Grillmeister, erklärte uns, welches Stück Lamm gerade auf dem Grill liegt und unsere Tischnachbarn reichten uns dazu landestypische Getränke, u.a. Wodka aus Tassen:-). Wir sprachen in einer wilden Mischung aus Russisch, Türkisch und Englisch miteinander, tauschten zur Erinnerung Kleinigkeiten wie Kugelschreiber, Bonbons sowie Kaugummis aus und machten Unmengen von Fotos. Daran will ich euch jetzt teilhaben lassen,
bevor ich schlafen gehe. Gute Nacht,
eure Maggie

























Mittwoch, 29. Mai 2024

MAGIE DER SINNE IN SAMARKAND

Hallo ihr Lieben,

Das Frühstücksbuffet im Hilton ließ keine Wünsche offen: Ich habe mich auf den Bürek, Pfannkuchen mit Topfen, gebratenes Gemüse und allerlei Obst, insbesondere Kirschen und frische Walnüsse, konzentriert. So gestärkt haben wir uns Schritt für Schritt Samarkand erobert, zunächst das Timur-Mausoleum, die Ruhestätte des Timuruiden-Herrschers, der seiner Lieblingsfrau später die Bibi-Khanum-Moschee gewidmet hat. Neben dem Prachtbau und der vergoldeten Ruhestätte - mit fast so vielen Touristen wie in der Sixtinische Kapelle - haben mich die verschleierten Frauen fasziniert, manch' eine japanische Touristin versucht es den Muslimas gleichzutun:-).
Der nächste Höhepunkt war der Registan Platz, übersetzt: Sand-Platz, da es im Mittelalter der Knotenpunkt der Händler war und damit das Pipi der Tiere der vielen Karawanen nicht roch, hatte man ihn mit Sand aufgeschüttet. Heute gehört der Platz zu den schönsten der Welt. Übrigens bedeutet die Endung „istan“ nicht nur Platz, sondern auch „Stamm“. Deswegen könnt ihr euch die Volksstämme in den Ländern selbst ableiten: Usbekistan, Turkmenistan, Pakistan, Afghanistan, etc. 
Direkt vor dem Platz haben wir ein Familienfoto gemacht, denn Awas nennt uns Familie, da unsere Reisegruppe so klein ist. Wir wurden auch mehrfach von einigen Einheimischen angesprochen, ob sie uns fotografieren dürfen und wir taten ihnen gleich. Mich hat auch eine Klassenlehrerin mit ihren Schülern angesprochen, ob ich mit ihnen etwas Englisch üben kann und das habe ich natürlich gerne gemacht.
Danach besuchten wir besagte Bibi-Khanum-Moschee sowie einen farbenfrohen Bazar, auf dem ich mir frische Zitronen für meinen Morgentee gekauft habe. Abgerundet wurde der Tag mit einem Essen bei einer usbekischen Familie und dem Registan-Platz bei Nacht, der mich komplett verzaubert hat. Denn ausgerechnet heute wurde extra für eine Auslands-Delegation der Prachtpalast zum Zentrum eines 3D-Licht-Spektakels (siehe Film) und wir waren per Zufall zur richtigen Zeit am richtigen Ort oder besser gesagt: Mit Hilfe des Universums:-)

Schlaft gut,
eure Maggie























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Hallo ihr Lieben der Abschiedsabend verlief anders als geplant. Wieder haben wir in einer angesagten Location gegessen, allerdings nur in de...